lyric log

Oktober 22, 2008

Haiku Heimweg

Gespeichert unter: Haiku — truegongfu @ 3:44

Abschied am Haustor
wolltest du dass ich mitkomme?
ich war mir fast sicher

September 20, 2008

Zurückbleiben

Gespeichert unter: Haiku — truegongfu @ 7:28

Das Lager ist leer
mir bleiben nur Pinien
und rauschendes Meer

September 16, 2008

Raum-Zeit Diskontinuum

Gespeichert unter: Lyrik — truegongfu @ 4:15

die zeit verschwimmt
zurzeit noch mehr als sie verrinnt
vergangenes vermengt
mit gegenwart zusammenhängt

wo ich als kind gestanden
das kind kam mir abhanden
die orte gibt es noch
ganz gleich und anders doch

ich steh hier als erwachsner mann
der sich oft nur wundern kann
zukünftiges wusste ich damals schon
ist denn die zeit nur illusion?

das ich bleibt ich
und ist doch so veränderlich
was bleibt im heute schon
von der vorgestrigen person?

genug um sie noch zu erkennen
den selben namen zum benennen
das erleben ändert sich
erinnerung verdunkelt sich

so treib ich durch das weltgeschehen
ohne zwang es zu verstehen
was mich bewegt möcht ich dir sagen
und dich nach deiner meinung fragen

so suche ich nach der verbindung
der menschen grenzen überwindung
der das getrennt gedachte eint
das wirklich eins zu seien scheint

so wie die illusion der zeit
zukunft und vergangenheit
in der gegenwart verschwimmt
und vom schicksal wird bestimmt

Ein-Zwei-Ein-Samkeit

Gespeichert unter: Lyrik — truegongfu @ 4:14

es gibt ein ich
es gibt ein du
und dann gibt’s all die andern
die wie es scheint ganz ziellos
durch ihr leben wandern

es trifft sich hier
es trifft sich da
dass sich auf ihren wegen
sich scheinbar grundlos
so ein ich und so ein du begegnen

warum grad er
sich dann mit ihr
scheinbar aus zufall will befassen
obwohl sie doch nur allzuoft
nicht zueinander passen?

dann funkt es mall
und kracht vielleicht
und was mal war beinander
geht scheinbar unversehens dann
auch wieder auseinander

nicht nur das du
oft auch das ich
scheint einem manchmal dann so fremd
als trüge man versehentlich
von einem anderen das hemd

Amour Fou

Gespeichert unter: Lyrik — truegongfu @ 4:04

es war einmal
ein futteral
lang wie eine hose,
verliebte sich
ganz inniglich
in eine tabaksdose

dem futteral
war’s eine qual
dass es stets raten musste
wozu es dient
und was sich ziemt
während’s die dose wusste

denn bei der dose
war die chose
schon durch den namen klar
dem futteral
blieb nur die wahl
zu raten was ihm passend war

zu beider glück
trat dann ein stück
in ihrer beider mitte
und sie verband
nun wie verwandt
zur zweisamkeit die dritte

so passgenau
und herrlich blau
mit einer bunten schleife
das fehl’nde stück
zu ihrem glück
war eine friedenspfeife!

Su Barone, ein Kassiber aus Sardinien

Gespeichert unter: Prosa — truegongfu @ 4:02

Liebe Hanna!
Wir werden jetzt schon seit über einer Woche an diesem Strand festgehalten. An den beiden Brücken der Zufahrtsstraßen sind Mitglieder einer obskuren paramilitätischen Einheit postiert, bei der es sich laut Auskunft eines ortsansässigen Althippies um eine Nachfolgetruppe der berüchigten faschistischen Bersaglieri handeln soll. Ihre Geschichte reicht aber noch viel weiter bis ins Römische Reich zurück. Zu Cäsars Zeiten wurden ihre Mitglieder noch ausschließlich unter den Berserkern rekrutiert, erst später, unter Hadrian, musste auf Grund der ständigen Fliegenpilz Knappheit mit begnadigten Gladiatoren aufgestockt werden. Noch heute zeugen kleine Schaumkrönchen an den Kragenspitzen der Uniformen von dieser langen Tradition, die an die in ihrer Raserei sabbernden Berserker erinnern sollen. Diese furchterregenden Männer verlangen jetzt von jedem der das Gelände verlassen will die Summe von 400€ in bar. Im Gegensatz zu den wohlhabenden Einheimischen kann sich das von uns natürlich niemand leisten. Angeblich handelt es sich bei dieser Aktion um eine Maßnahme im Rahmen eines Programmes der Berlusconi Regierung, das die Isolierung von arbeitsscheuen, sozial schwachen und linken Elementen in entlegenen Gebieten zum Ziel hat. Bei der letzten Razzia wurde außerdem klar, dass die hiesige Polizei eng mit der Lokalpresse zusammen arbeitet, die durch einseitige Berichterstattung und Propaganda die traditionell links orientierte sardische Bevölkerung gegen alle Arten des Alternativtourismus aufbringen, schleichend umerziehen und auf den xenophobischen Kurs der 2. Ära Berlusconi einschwören will. Dabei orientiert man sich am korsischen Vorbild, einem Land in dem der Tourismus bis auf einige wenige exklusive Clubs in entlegenen Standorten praktisch völlig durch Terrormaßnahmen abgeschafft wurde und wo nur noch hie und da einige ausgebrannte Wracks von Campingbussen und vereinzelt vertrocknete Leichen gekreuzigter Hippies von längst vergangenen Zeiten erzählen.
Wahrscheinlich will man uns so lange hier festhalten, bis wir völlig demoralisiert und degeneriert sind um dann im “Sardischen Volksboten” als entartete Untermenschen an den Pranger gestellt zu werden. Das würde den Weg zu einer späteren Hinrichtung ebnen, die Einführung der Todesstrafe gehört ja nach Insiderinformationen zum geheimen Regierungsprogramm. Deshalb zwang uns wohl auch die Polizei dazu, vor ihren Augen unsere Zelte zu zerstören um uns weiter zu erniedrigen unseren Gesundheitszustand zu verschlechtern und uns allgemein zu schwächen. (Schon jetzt sind wir von den aggressiven Moskitos total ausgesaugt und ernähren uns hauptsächlich von Muscheln, die wir mühsam im Brackwasser der Flussmündung sammeln müssen). Einer der Polizisten, selbst mehrfacher Familienvater, schien sich zwar vom Anblick unserervöllig verstörten, schreienden Kinder erweichen zu lassen, wurde dann aber vom sadistischen und in der Rangordnung offensichtlich über ihm stehenden Bersaglieri Chef, einem sabbernden 200kg Mutanten, zu äußerster Härte gezwungen. Zynischerweise mussten wir dann für die zerstörten Zelte noch eine Strafe von 100€ bezahlen.

Vorgestern sahen wir, wie am Strand die Kulissen für Filmaufnahmen aufgebaut wurden und erfuhren von einem Casting für “Baywatch Europe“. In der Hoffnung, uns mit einer Statistenrolle die Freiheit erkaufen zu können, bewarben sich einige von uns. Tatsächlich wurde Gigi sofortfür eine tragende Rolle unter Vertrag genommen. Sie bekam einen unltramodernen roten Baywatch Bikini, Modell ”Divina Salina“, dessen hochempfindliche Mikrofasern äußerst sensibel auf den beträchtlich schwankenden Salzgehalt des Meeres reagieren und für ihren Teint kritische Bedingungen sofort duch starke Farbveränderung anzeigen. Allerdings kam Gigi mit ihrem plötzlichen Erfolg nicht klar und brannte schon am nächsten Tag mit einem langhaarigen Yogalehrer namens Lucas durch, wurde aber noch am selben Tagin einer nahe gelegenen Grotte, deren Name aus dem sardischen übersetzt etwa ”Zur Blauen Meersau“ bedeutet, bei einer der dort regelmäßig veranstalteten Touristentreibjagden wieder aufgegriffen. Damit war der Traum natürlich vorbei. Einige Tage später hatte ich dann noch eine Idee zu etwas Geld zu kommen. Wir mussten nämlich dringend Wäsche waschen und Kathi und Gigi wollten zu diesem Zweck in Wiener Waschweiber Tradition an den Fluss. Da den beiden die Fähigkeit Kleider zu tragen in der langen Zeit hier praktisch völlig abhanden gekommen ist und ihre ungezügelte Weiblichkeit sogar schon mehrmals wilde Eber ins Lager gelockt hat, kam mir die Idee, den vorbeifahrenden Einheimischen Tickets für das Spektakel zu verkaufen. Leider machten diese sich einen Spaß daraus, vom andern Ufer mit ihren Schrotflinten auf uns zu zielen und so mussten wir auch diesen Plan aufgeben.

Die Sonne brennt den ganzen Tag unbarmherzig, wir sind mit unseren Sonnencreme Vorräten schon beinahe am Ende und experimentieren schon mit Schutzschichten aus Kinderkot und Sand. Selbst die Afrikaner unter uns bekommen schon Sonnenbrand. Natürlich können wir uns die faltbaren High-Tech Camping-Strahlenschutz-Bleikammern, Modell ”Tschernobyl“ der Einheimischen nicht leisten und werden wohl über kurz oder lang dem Hautkrebs zum Opfer fallen. Die multi-ethnische Zusammensetzung unseres Kollektivs mit Kindern aller Schattierungen und komplizierten Verwandtschaftsverhältnissen und Beziehungskisten sorgt für große Verwirrung und stößt auf die Ablehnung der heimischen Bevölkerung. Dennoch haben immer wieder einige Mitleid mit uns und schenken uns ihre vergammelten Köderfische oder Reste ihrer festlichen Wochenend-Picknicks. Eine Familie, die schon zum Brunch ein viergeteiltes und sorgfältig auf Spießen gegartes Schwein verzehrte, schenkte den Kindern die Schweinsfüße, an denen sie noch tagelang glücklich herumkauten. Sardinien ist keinesfalls eine rückständige und verarmte Insel, wie uns immer glauben gemacht wurde. Vielmehr staunen wir immer wieder, wie fortschrittlich und modern die Sarden ausgerüstet sind. Eine Familie hatte ein Camping-Atomkraftwerk dabei um die aufwändige Festbeleuchtung aus hunderten farbigen Glühbirnen samt Mini-Lunapark für die Kinder, Karaoke Anlage und automatischen Schweinegriller mit Strom zu versorgen.

Aus irgendeinem Grund sind wir alle sehr letargisch. Entweder liegt es an der einseitigen Muschel Diät oder wir werden tatsächlich von der Regierung bestrahlt, wie Ingrid behauptet, die in den 80er Jahren hier mit einem Rudel deutscher Schäferhunde gestrandet ist und sich either ausschließöich ihren umfangreichen Aufgaben als Rudelführerin widmet. Das würde auch die Bleikammern der Einheimischen erklären. Jedenfalls gelingt es mir nur durch langes, diszipliniertes Qigong Trainig (meist im Liegen, weil ich zum Stehn zu schwach bin) in Kombination mit geheimer daoistischer Ritualmagie überhaupt für ein paar Stunden am Tag auf die Beine zu kommen. So kann ich mich im Camp wenigstens ein wenig nützlich machen und werde dafür von den Frauen mit Essen versorgt. Leider kann ich sonst niemand zu meinen Übungen motivieren.
Unser Überleben ist momentan nur durch die Unterstützung der Genossen des Su Petrosu möglich. Diese als Bar und Restaurant getarnte geheime Aussenstelle der Sozialistischen Partei Kubas versorgt uns mit dem Nötigsten und stellt uns auch einen sicheren Platz zur Verfügung, an dem wir unsere Notdurft verrichten können, nachdem die alten Buschtoiletten mit als gebrauchten Tampons getarnten Minen zu tödlichen Fallen geworden sind.

Tja, liebe Hanna, die Zukunft sieht düster aus, wir werden wohl nie mehr von hier weg kommen. Mir bleibt nur die Hoffnung, dass unsere in Zukunft wahrscheinlich völlig verwilderten und durch Inzucht degenerierten Nachkommen einmal in ein Entwicklungshilfe Programm der Tiroler Landesregierung aufgenommen werden und so zumindest für unsere Kindeskinder gesorgt ist. Außer den Exilkubanern gelingt es noch, uns zu befreien, aber seit der Schweinebuch weiß man ja, dass man sich auf die kaum verlassen kann. Ich weiß nicht einmal, ob dich diese Flaschenpost erreicht und so verbleibe ich, mit wenig Hoffnung, dein

Stefan

Global Change

Gespeichert unter: Prosa — truegongfu @ 3:45

Heute in ich einem lebenden Fossil begegnet. Die Fahrstuhltür ging auf und da stand er da. Ein echtes Prachtexemplar, geradezu archetypisch. Diese spezielle Physiognomie – breites, langes Gesicht, kleine Nase kleine Augen, ein bisserl wie ein kleines Schweinchen; dazu die klassische Adjustierung – kariertes Hemd, kurze Hose und diese speziellen geflochtenen Sandalen mit den kleinen Riemchen und Schnallen, natürlich mit Socken drunter. Ein typischer Urlauber aus der nördlichen Nachbarschaft, er hätte aus den Sechziger Jahren stammen können. Vielleicht war da irgendein Wurmloch in diesem Hotel. Ich hatte mich ja schon oft über die verwundenen Gänge und Verbindungen gewundert, die Gäste verloren sich immer wieder in der mysteriösen Architektur und mir ging es oft genug ebenso. Noch immer habe ich diese komplexe Architektur noch nicht begriffen. Vielleicht kann man sich da nicht nur im Raum sondern auch in der Zeit verlieren.
Ich habe da nämlich einen interessanten Aushilfsjob. Ich trage Koffer im Hotel. Jeden Morgen, meist sehr zeitig in der Früh. Tja, ist schon etwas eigenartig, mit meinen einundvierzig Jahren. Oh doch, Ausbildung hab ich schon gemacht, sogar eine ganze Menge. Das kommt mir auch zugute. Studiert hab ich auch, in Mindestzeit mit Auszeichnung versteht sich. Naja, ich geb zu, als ich damals Ende zwanzig nach meiner ersten Karriere in einem Beruf der unmittelbar nach Abschluss meiner Facharbeiterausbildung aus der Liste der Berufsbilder gestrichen wurde hochmotiviert an die Uni kam wurde mir schon von einer freundlichen Dozentin ausdrücklich gesagt, dass ich als Übersetzer sowieso in ganz Europa keine Chance hätte. Aber irgendwie muss man halt das machen, was man gut kann. Zum Beispiel Koffer tragen. Das ist nämlich wirklich interessant. Zum Glück hab ich da noch ein paar Zusatzausbildungen, zum Beispiel im Sportbereich. Dadurch wird mir bewusst was ich bei diesem Job eigentlich mache. Komplexes funktionelles Krafttraining nämlich. Deshalb weiß ich zum Beispiel dass das Koffertragen die Scapulastabilisatoren meiner mehrfach luxierten Schulter stärkt und so das lädierte Gelenk stabilisiert, und das ist gut. Das haben nämlich nicht mal die Chirurgen mit einer aufwendigen Operation geschafft, die mich ein Jahr Rekonvaleszenz gekostet hat. Außerdem arbeite ich viel mit der Kernmuskulatur, vor allem wenn mein Gepäckwagen mal wieder unkontrolliert aussschert und ich ihn durch einen raschen Sprung zur Seite und heftigem Einsatz meiner schrägen Bauchmuskulatur stabilisieren muss. “This thing makes my job more interesting”, sagte ich kürzlich zu dem englischen Busfahrer, der den Wagen für mich festhielt während ich die Koffer runterzog und vor dem Bus aufreihte.
Bildung bringt’s also in jedem Fall. Ich meine das ganz ernst. Im Sinne des Konstruktivismus ermöglicht sie mir, das was ich da mache in einem ganz anderen Licht zu betrachten. So gesehen haben all die Eltern vielleicht doch recht, wenn sie schon in der Volksschule Druck machen, damit die Kinderlein auch ja den Sprung ins Gymnasium schaffen (garantiert ist der ja nur mehr mit lauter Einsern). Obwohl man objektiv gesehen als Bodenleger wesentlich besser dran ist als etwa ein Biologe.
Auf jeden Fall kann man bei diesem Job wirklich was erleben, und den eigenartigsten Menschen begegnen. Doch unter all den Australiern, Kiwis, Chinesen, Inderinnen in Saris und anderen Exoten stach er hervor wie ein lebendiges Fossil, eine Art Quastenflosser. Ich hatte ihn tatsächlich schon vergessen, obwohl ich in einem Gebiet lebe, in dem er periodisch in Massen auftritt, oder auftrat. Irgendwie hat sich da was verändert. Natürlich haben wir immer noch eine Menge Gäste aus Deutschland in Tirol, aber so ein Prachtexemplar hatte ich schon lange nicht mehr gesehen. Das muss wohl mit dem Global Change zusammenhängen. Das Klima verändert sich und damit die Verteilung der Arten. Angeblich wird es ja wärmer. Die Wintersportgebiete haben schon Angst dass ihnen ihr weißes Gold dahinschmilzt, sie decken die Gletscher schon zu um sie vor der bösen Sonne zu schützen, wie mit Leichentüchern. Auch an den Finanzmärkten kommt es of zu Überhitzung, und dann zum Meltdown. Und ehemals anspruchsvolle Gäste finden sich dann plötzlich auf der Dienstleistungsseite wieder. Arbeiten wo andere Urlaub machen. Das war immer schon ein gutes Argument der Arbeitgeber für schlecht bezahlte Jobs. Man muss schon Kabarettist sein um sich trauen zu können, die Dinge so beim Namen zu nennen wie Alfred Dorfer: “Irgendjemand muss ja die Arbeit machen die unsere türkischen Gastarbeiter nicht mehr wollen.” Zu ihren Glück  gelten Wirtschaftsflüchtling nicht als Asylanten.
Vor ein paar Jahren führte ich noch Mountainbike Touren. Nachdem man sich in der ersten Zeit dieses Sports an Tiroler Grundsätze wie “Wos ma friaga nit braucht hamm, brauch ma jetzt a nit” hielt, entdeckten dann doch einige das Potenzial dieses Trends. Drei Jahre lang radelte ich mit Gruppen durch die Berge. Die Deutschen wurden immer weniger, im letzten Jahr waren es nur mehr Schweizer. Die freuten sich zumindest noch über die für sie niederen Preise und den echten Kaiserschmarrn. Tja, Global Change.
So war ich also einigermaßen überrascht als ich diesem Prachtexemplar gegenüberstand. Der Aufzug war voller Koffer, da hätte der rundliche Quastenflosser keinen Platz mehr gehabt. Selbstbewusst erledigte er das Problem selbst in dem er mir die Abfahrt ohne ihn und seine Gattin gestattete, mit einem gönnerhaften: “Fahrn’se erstmal lieber ohne uns runder!”. Jawoll! Sonst hat sich ja im heimischen Tourismus nichts geändert. Man setzt weiterhin auf ältliche Sommerfrischler, die zum Wandern kommen und bemüht sich dem Gast möglichst viel zu bieten. Täglich eine geführte Gratiswanderung, vom Hotel abgeholt, Wanderschuhe inbegriffen, perfekt inszeniert und organisiert von der größten Bergsteigerschule Europas, mit öffentlichen Geldern bezahlt, mit Hüttenbesuch, etc. Ob diese Zielgruppe einmal ausstirbt fragt sich offensichtlich niemand, und, wie man sieht, gibt es ja noch lebende Fossile. Und im übrigen verdient man sich ja im Winter eine goldene Nase und wenn der Schnee ausbleibt, macht man ihn selbst. Also dann Schussfahrt zurück in die Zukunft. Ich schlepp inzwischen meine Koffer. Ich bin nämlich wieder an der Uni und gönne mir noch etwas von diesem Luxus, den sich nur wirklich reiche Gesellschaften leisten können – zweckfreie Bildung! Ein Relikt aus der Vergangenheit, wie der Quastenflosser…

August 29, 2008

hey! ho!

Gespeichert unter: Lyrik — truegongfu @ 5:10

hey! ho! let’s go
steady, steady
rocksteady
ready steady go -
let’s go steady!
rock’n roll!

August 18, 2008

Vergänglichkeit

Gespeichert unter: Haiku — truegongfu @ 8:00

Große Gefühle,
wildes Begehren – so schnell
verblasst die Erinnerung

August 8, 2008

Küsse

Gespeichert unter: Lyrik — truegongfu @ 6:08

träume sind gedichte
im schlaf geschrieben,
küsse sprießen wie gänseblümchen
wenn meine haut die deine berührt

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