Erst wolltest du alleine sterben,
ja sollte niemand was erfahrn,
wolltest dich verstohlen,
aus der Affäre ziehn.
Doch hat‘s dir nichts genützt,
und andre haben dann entschieden,
was für dich und jene besser ist.
Erst war ich wütend, was auch sonst?
Dann hab ich abgewartet,
bis sie mich endlich riefen.
Hab mich noch sammeln müssen, leicht war‘s nicht.
Im ersten Augenblick bin ich erschrocken,
zwar wusste ich, es würde schlimm,
doch dass du so verzehrt warst,
war einfach nicht vorzustellen.
Trotz allem konnt‘ ich dich,
gleich liebevoll ansehn,
vielleicht wie nie zuvor.
In einem ganz entstellten Körper,
suchte ich vergeblich einen Anhaltspunkt,
an dem ich dich erkennen könnte.
Der große Brustkorb war geblieben
und ein kleiner Knick in deiner Nase.
Sonst war da nichts,
die Augen fern und anders,
die schwache Seele flackerte darin noch blass,
dein Atem schwer,
als könnte jeder Atemzug der letzte sein.
Du hast mich wohl erkannt,
und reagiertest auch gewohnt,
wie viel du noch verstanden hast,
das weiss ich nicht,
doch hast du wohl gehört.
Ich hab dich lange Zeit nur angesehn,
gewusst, der Abschied wird für immer sein,
da spürte ich plötzlich, was ich dir zu sagen hatte,
und war selbst ganz überrascht.
Ich legte meine Hand auf deine,
und sprach – „Hör gut zu:
Ich verzeih dir alles,
und werd versuchen es besser zu tun,
jeder macht‘s so gut er kann,
mehr geht wohl einfach nicht.“
So hab ich mich verabschiedet
und am nächsten Morgen
bist du gestorben
Ich würd gern glauben,
es ist damit vorbei,
und ich bin endlich frei,
doch nehm ich an,
es hört nie wirklich auf,
so nimmt das Leben seinen Lauf!